Einige Eckdaten für den Bau der Ulmer Synagoge sind sicher. Das Gebäude darf nicht mehr als 4,5 Millionen Euro kosten. Ein Drittel davon muss die Gemeinde aufbringen, und am 17. März soll der erste Spatenstich erfolgen. So gut, so unerfüllbar, denn schon längst heißt es, dass der Bau teurer würde als geplant, und das waren ursprünglich mal vier Millionen Euro. Auf einer Nutzfläche von 926 Quadratmetern auf vier Etagen sollen Synagoge, Mikwe (Ritualbad), Gemeindesaal, Bibliothek, Kindergarten, Jugendzentrum und ein Laden mit koscheren Lebensmitteln eingerichtet werden.
Einsparungen Am 16. Dezember hatte sich die Israelitische Kultusgemeinde mit dem Kölner Architekturbüro Kister, Scheithauer, Gross zusammengesetzt, das die Synagoge bauen soll. Man wollte nach Einsparmöglichkeiten suchen, denn schon jetzt kratzt man bei den Planungen an der Fünf-Millionen-Euro-Marke. »Es gibt Sparvorschläge vom Architekturbüro, die für uns nicht hinnehmbar sind, und es gibt solche, die für die Architektin Susanne Gross unakzeptierbar sind«, stellte Ulms Rabbiner Shneur Trebnik das Dilemma dar.
Wie die Gemeinde das Geld aufbringen soll, ist unklar. An Spenden und Zuwendungen, so wussten die Stadtnachrichten Ulm zu berichten, gingen 2009 und 2010 beim Förderverein etwa 45.000 Euro ein. Das heißt, der Geldbestand liegt aktuell bei 60.000 Euro. Rabbiner Trebnik muss also weiter auf die Suche nach Sponsoren gehen. Im Frühjahr seien einige Aktionen geplant, die Geld für den Synagogenbau akquirieren helfen sollen.
Entscheidungen Bei der außerordentlichen Sitzung der Repräsentanz zum Neubau der Synagoge in der IRGW-Zweigstelle Ulm am 18. Dezember einigten sich die Repräsentanten darauf, das Grundstück am Weinhof zu kaufen. Weniger einig waren sie sich darin, die Kosten für die Beratung eines Fachanwaltes zu übernehmen, der den Generalvertrag mit den Architekten entwerfen und aushandeln soll. Einstimmig hingegen votierten die Repräsentanten in Fragen der Finanzen. Rabbiner Shneur Trebnik bleibt unerschüttert. Auch wenn sich der Bau jetzt schon um ein gutes Jahr verschiebt, er will für seine rund 300 Gemeindemitglieder ein Zuhause schaffen. Dafür setzt er sich seit Jahren ein.