Festival

Man spricht Iwrit

Ein fröhliches Chanukkafest Foto: Thinkstock, (M) Frank Albinus

Vokabeln pauken, das kann ganz schön langweilig sein. Grammatik, das ist noch viel schlimmer. Aber wenn man eine andere Sprache erlernen möchte, dann kommt man um beschwerliche Trockenübungen mit Zeitformen, Verbstämmen und Wortwurzel nicht herum. Gerade bei Hebräisch kann das eine ganz schöne Herausforderung sein.

Um diese kleinen Hürden beim Lernen abzubauen, um die Kommunikation zwischen Israelis und Deutschen zu fördern und um einen Einblick in die jeweils andere Landeskultur zu geben, eröffnet am 30. November die erste Woche der hebräischen Sprache in Berlin. Bis zum 8. Dezember können sich Sprach- und Israelinteressierte bei Partys, Vorträgen und Filmen über Hebräisch informieren.

Verständnis Alles, nur keine graue Theorie. Das war Rotem Malach, dem Organisator der Woche, wichtig. Rotem ist seit fast einem Jahr in Berlin und arbeitet bei der World Zionist Organisation (WZO).

Als deren Gesandter möchte er, dass die Juden in der Diaspora in Kontakt mit Israel bleiben. »Auch deswegen haben wir uns unter dem Schirm der WZO mit vielen anderen Organisationen zusammengetan, um viele junge oder alte Menschen zu erreichen«, sagt Rotem.

Den Auftakt macht allerdings erst einmal ein Film-Workshop. Bei einem Vortrag des Wiener Professors für Zeitgeschichte, Frank Stern, soll dem Phänomen des israelischen Films nachgegangen werden. Unter dem Titel »Israeli Movies as a Mirror of the Israeli Society – about Love, Gender, Religion and Mystery« werden Ausschnitte von zeitgenössischen und klassischen Filmen gezeigt, die sich mit Israel oder dem Judentum befassen. Darunter der Chanukka-Klassiker: The Hebrew Hammer. Ab 22 Uhr steht dann die Körpersprache im Mittelpunkt. Denn bei der offiziellen Eröffnungsparty im Sophienclub gibt es neben Musik von DJ Blastik aus Haifa auch ein israelisches Büfett, Sufganiot und Getränke. »Gemeinsam werden wir dann die Chanukkakerzen zünden«, sagt Malach.

Schira Be’tzibur An Festen wie Chanukka spüre man noch mehr als sonst, wie sehr man miteinander verbunden sei. »Um einen Einblick nicht nur in die Sprache, sondern auch in die israelische Kultur zu erhalten, haben wir auch die Tradition des ›Schira Be’tzibur‹ ins Programm aufgenommen.«

Das gemeinsame Singen ist nicht nur etwas für Kinder. Sie kommen bei der Chanukka-Party für Familien am Sonntag ab 11 Uhr auf ihre Kosten.

Die Erwachsenen können dann am 5. Dezember beim Workshop von Bait Ha’am, bei hebräischen Gedichten und israelischen Klassikern ihr musikalisches Gespür unter Beweis stellen. Gemeinsam mit dem israelischen Opernsänger Shlomi Wagner, der seit vielen Jahren in Berlin lebt, sollen »die größten Hits unseren kleinen Landes« gesungen werden, erklärt Malach. Als Höhepunkt darf sicher der Besuch der israelischen Autorin Lizzie Doron am 8. Dezember gelten, die gemeinsam mit der Schauspielerin Fabiana Meyuhas das auf Dorons Buch basierende Theaterstück Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen? vorstellt.

Falls es nach so viel Singen, Sprechen und Lesen bei dem einen oder anderen immer noch Verständigungsschwierigkeiten gibt, der muss wohl wieder auf die klassische – aber etwas eintönige – Art des Vokabellernens zurückgreifen.

Weitere Informationen zur Anmeldung und über die genauen Austragungsorte finden Sie unter der Adresse: http://izionist.org/eng/events/hebrew-hanukkah-berlin

Porträt der Woche

Ich bin dankbar

Svitlana Petrovska überlebte die Nazis – und floh vor Putins Krieg nach Berlin

von Rob Savelberg  06.04.2026

Kahal Adass Jisroel

Platz für die Zukunft

Die Gemeinde in Berlin plant für 26 Millionen Euro ein neues Gemeinde- und Bildungszentrum

von Christine Schmitt  06.04.2026

Schwerin

Ein Denkmal für Willy

Der ehemalige Rabbiner William Wolff wird mit einer Statue geehrt

von Axel Seitz  06.04.2026

»Meet a Jew«

Viele Fragen

Marguerite und Benjamin sind zwei Freiwillige, die im Rahmen des Zentralratsprojektes mit Jugendlichen über das Judentum ins Gespräch kommen. So wie kürzlich in Spandau mit einer Box Mazzot

von Alicia Rust  06.04.2026

Jom Haschoa

Narbe gegen das Vergessen

Wir, die Nachkommen der Zeitzeugen und der Ermordeten, dürfen das Leid unserer Großeltern nicht verstecken – wir müssen dafür sorgen, dass es unseren Kindern erspart bleibt

von Eugene Korsunsky  06.04.2026

Jewrovision

Aller guten Moderatoren sind drei

Jung, dynamisch und schlagfertig: Ein Trio wird im Mai durch die Show führen

von Christine Schmitt  06.04.2026

Neukölln

Rechts und links der Sonnenallee

Ein Stadtspaziergang führt auf jüdischen Spuren durch den ehemaligen Arbeiterbezirk

von Pascal Beck  05.04.2026

Gemeinde

Man kennt sich hier

Die Synagoge Possartstraße bewahrt Traditionen – und richtet sich neu aus

von Esther Martel  04.04.2026

Besuch

»Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs«

Daniel Hagari, ehemaliger Sprecher der israelischen Verteidigungsarmee, war in der Jüdischen Gemeinde München zu Gast

von Esther Martel  04.04.2026