Die 103 Jahre alte Holocaust-Überlebende Margot Friedländer ist am Freitag in Münster für ihre Lebensleistung mit dem Sonderpreis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte ihr öffentliches Engagement und ihren »Einsatz für das menschliche Miteinander« in der Bundesrepublik. »Sie helfen uns nicht nur, uns zu erinnern«, sagte Steinmeier. »Sie klären auf, was Deutschland vor 1933 in den Abgrund geführt hat.«
Friedländer gehe unermüdlich auch jenseits der hundert Jahre in Schulen und rede mit Jugendlichen. Sie sei täglich unterwegs für ihre Mission des »Nie wieder!«. »Dafür und für alles, liebe Frau Friedländer, unser aller Dank und unsere Hochachtung!«
Margot Friedländer hat das Konzentrationslager Theresienstadt als einzige in ihrer Familie überlebt
In ihrem Fall sei »große Trauer und großer Schmerz in eine reiche Gabe verwandelt worden«, sagte Steinmeier weiter. Das sei »eine reiche Gabe für alle, die Ihnen begegnen«. Der Preis, der bei der 2. Westfälischen Friedenskonferenz im Rathausfestsaal übergeben wurde, ist mit 25.000 Euro dotiert.
Die 1921 in Berlin geborene Margot Friedländer hat das Konzentrationslager Theresienstadt als einzige in ihrer Familie überlebt. Ihr jüngerer Bruder Ralph und ihre Mutter Auguste Bendheim wurden 1943 in Auschwitz ermordet, ihr Vater Arthur und ihre Tante Lina bereits 1942.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 normalerweise alle zwei Jahre vergeben. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Die nächste reguläre Verleihung wäre 2026. Friedländer wird in diesem Jahr mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Die Westfälische Friedenskonferenz wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft Westfalen und Lippe (WWL) ausgerichtet. epd