Sport

»Diese Chance nutzen«

Doron Bruck Foto: Yvonne Steinhauer

Sport

»Diese Chance nutzen«

Doron Bruck über den erneuten Einzug des TuS Makkabi ins Finale des Berliner Fußballpokals

von Martin Krauß  17.05.2024 13:06 Uhr

Herr Bruck, der TuS Makkabi steht zum zweiten Mal in Folge im Berliner Fußballpokalfinale. Vergangenes Jahr haben Sie gewonnen, wie sind die Chancen diesmal?
In einem Spiel, das über 90 Minuten oder länger geht, stehen die Chancen immer fifty-fifty. Unser Gegner, der FC Viktoria, spielt eine Liga höher und hat einen guten Lauf. Sportlich ist also Viktoria Favorit, aber wir haben ja einen Ruf als Pokalschreck zu verteidigen. An so einem Tag ist alles möglich.

Makkabi spielt das zweite Jahr in der fünftklassigen Oberliga und das aktuell auf Platz fünf sehr erfolgreich. Was ist wichtiger: ein Aufstieg in die Regionalliga im nächsten Jahr oder ein gutes Abschneiden im Pokal?
Die Liga ist schon die Basis des Erfolgs. Aus der Meisterschaft kann man viel mehr ablesen. Die sportliche und auch die persönliche Entwicklung lässt sich hier erkennen. Der Pokal ist eine Art Bonus für uns Fußballer.

Der TuS Makkabi ist ja als jüdischer Verein in Deutschland ein ganz besonderer. Hat sich durch Ihren Auftritt in der DFB-Pokalhauptrunde 2023 für Sie etwas verändert?
Die Zeit zwischen dem Berliner Pokalsieg und dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg war absolut verrückt. Ich hatte gefühlt eine dreistellige Zahl an Interviews zu bewältigen. Das war schon sehr extrem. Aber es war ja klar, dass das irgendwann abflacht. Als wir dann im Winter in der Oberliga irgendwo in Brandenburg gespielt haben, da war die Normalität wieder da. Aber dennoch hat unser Pokalerfolg uns eine Chance eröffnet: die Chance auf größere Aufmerksamkeit, höhere Zuschauerzahlen, weitere Erfolge. Diese Chance müssen wir nun nutzen.

Makkabi ist ja ein prominenter Vertreter jüdischen Lebens. Seit dem 7. Oktober 2023 hat der Antisemitismus in Deutschland dramatisch zugenommen. Wie wirkt sich das auf Sie und Ihren Fußball aus?
Unmittelbar nach dem 7. Oktober wurden alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Wir erhielten Polizeischutz bei Spielen und beim Training. Natürlich macht das etwas mit den Menschen. Ich bin als Jude in Deutschland aufgewachsen, da weiß ich leider, wie es ist, sich unter Polizeischutz zu bewegen. Aber die anderen im Team wussten das nicht.

Sie sind aktuell in der 1. Mannschaft von Makkabi der einzige Jude. Ist das etwas Besonderes, obwohl es ein jüdischer Verein ist?
Nein, nein, ich bin nichts Besonderes. Ich fühle mich wohl, und es erfüllt mich zugleich mit Stolz, mit Spielern aus so vielen Nationen, Traditionen und Kulturen gemeinsam in Deutschland den Davidstern auf der Brust zu tragen.

Mit dem Kapitän der 1. Fußballmannschaft des TuS Makkabi Berlin sprach Martin Krauß.

Potsdam

Offene Türen, offene Fragen

Mehrere Hundert Interessierte besichtigten das Synagogenzentrum

von Pascal Beck  03.04.2025

Musik

Persisch grooven

Hadar Maoz hat die Jüdischen Kulturtage in Thüringen eröffnet und das Publikum auf eine Reise durch 2500 Jahre Musikgeschichte mitgenommen. Ein Treffen zwischen Rahmentrommel und Moonwalk

von Alicia Rust  03.04.2025

Synagogen-Gemeinde

Kölner Antworten

Der Vorstand gab beim Jahresempfang in der Roonstraße ein warmes Willkommen in schwierigen Zeiten

von Katrin Richter  03.04.2025

Pessach

Vorfreude trifft Tradition

In der Gemeinde beginnen die Vorbereitungen auf das Fest

von Luis Gruhler  02.04.2025

Berlin

»Wunder der Geschichte«: Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird 75

Die früheren Bundespräsidenten Gauck und Wulff würdigen den jüdischen Dachverband

von Imanuel Marcus  02.04.2025

Todestag

Wenn Worte überleben - Vor 80 Jahren starb Anne Frank

Gesicht der Schoa, berühmteste Tagebuch-Schreiberin der Welt und zugleich eine Teenagerin mit alterstypischen Sorgen: Die Geschichte der Anne Frank geht noch heute Menschen weltweit unter die Haut

von Michael Grau, Michaela Hütig  02.04.2025 Aktualisiert

Kino

Am Scheideweg der Erinnerungskultur

Der Comic-Experte Michael Schleicher stellte in München den Animationsfilm »Das kostbarste aller Güter« vor

von Nora Niemann  02.04.2025

Antisemitismus

Gert Rosenthal: »Würde nicht mit Kippa durch Neukölln laufen«

Die Bedrohung durch Antisemitismus belastet viele Jüdinnen und Juden. Auch Gert Rosenthal sieht die Situation kritisch - und erläutert, welche Rolle sein Vater, der Entertainer Hans Rosenthal, heute spielen würde

 01.04.2025

Magdeburg

Magdeburg erhält 800. Stolperstein

2007 wurde der erste Gedenkstein für den früheren Magdeburger Bürgermeister Herbert Goldschmidt verlegt

 31.03.2025