Frankfurt

B’nai B’rith Schönstädt Loge ehrt Stadtkämmerer

Ausgezeichnet: Uwe Becker (M.) mit Logenpräsident Ralph Hofmann (l.) und Dieter Graumann, dem Ehrenvizepräsident der Loge (r.) Foto: Rafael Herlich

Die Beziehung zwischen Uwe Becker und Israel ist wie die zwischen Eltern und ihrem Neugeborenen: Das Land verschafft dem Frankfurter Stadtkämmerer durchaus die eine oder andere schlaflose Stunde – trotzdem wird er nicht müde, jedem zu erzählen, wie großartig es ist, Fotos herumzuzeigen und es wie ein Löwe zu verteidigen. Seine Zuneigung scheint ebenso unbeirrbar wie ehrlich gemeint.

Für sein »unerschütterliches Eintreten für das Wohl des Staates Israel und für das jüdische Volk« wurde der 47-jährige Kommunalpolitiker nun mit der Ehrenmedaille der B’nai B’rith Frankfurt Schönstädt Loge ausgezeichnet. Sogar Israels Premierminister Benjamin Netanjahu schickte Glückwünsche. In der Urkunde, die Logenpräsident Ralph Hofmann unter der Schirmherrschaft des israelischen Botschafters Yakov Hadas-Handelsman überreichte, wird Becker als »verlässlicher Freund Israels, auf den das jüdische Volk auch in Zukunft zählt«, bezeichnet.

Sensibilität Wie sehr man auf Uwe Becker bauen könne, betonte Dieter Graumann, Ehrenvizepräsident der Loge, in seiner Rede. »Er hat eine Sensibilität für jüdische Belange, die man nicht lernen kann«, sagte Graumann und führte als Beispiel den Treffpunkt für Holocaust-Überlebende an, dessen Finanzierung auf der Kippe stand: »Ohne dass man etwas erklären musste, hat Herr Becker dafür gesorgt, dass der Treffpunkt weiter bestehen kann.« Der ehemalige Zentralratschef lobte Becker dafür, dass er die Hamas immer klar als das bezeichne, was sie sei: eine Terrororganisation.

Ebenso hob Graumann die stete Präsenz von Uwe Becker auf Israel-Veranstaltungen hervor und seine Entscheidung, im Sommer 2014, als der Antisemitismus wieder aufblühte, einen Tag lang mit Kippa durch Frankfurt zu laufen. »Ich war damals sehr bewegt und bin es noch heute. Das werden wir Ihnen nie vergessen«, sagte Graumann. Zumal er wisse, dass man, »wenn man sich so für Israel einsetzt, keinen Popularitäts-Push, sondern böse E-Mails« bekomme.

Mut
Becker machte in seiner hörbar bewegten Dankesrede deutlich, wie wenig er den Gegenwind scheue: Angesichts der Messer-Attacken in Israel »müsste die Menschheit aufschreien« und Europa Solidarität mit Israel zeigen. Stattdessen werde berichtet, dass »ein unterdrücktes Volk sich wehre«. »Es wäre für die Hamas ein Leichtes gewesen, den Gazastreifen in den vergangenen Jahren zu einem prosperierenden Vorbild für Demokratie zu machen.«

Stattdessen werde schon im Kinderfernsehen »killing jews« als erstrebenswert propagiert. »Die Palästinenser haben die Hand, die Israel ihnen gereicht hat, mehrfach ausgeschlagen.« Der Blick in die Geschichte zeige, wie weit der Hass auf jüdisches Leben an sich zurückgehe. Deshalb sehe er Europa ebenso wie die Weltgemeinschaft in der Pflicht, Israel »als einzige Demokratie im Nahen Osten« zu unterstützen.

Potsdam

Offene Türen, offene Fragen

Mehrere Hundert Interessierte besichtigten das Synagogenzentrum

von Pascal Beck  03.04.2025

Musik

Persisch grooven

Hadar Maoz hat die Jüdischen Kulturtage in Thüringen eröffnet und das Publikum auf eine Reise durch 2500 Jahre Musikgeschichte mitgenommen. Ein Treffen zwischen Rahmentrommel und Moonwalk

von Alicia Rust  03.04.2025

Synagogen-Gemeinde

Kölner Antworten

Der Vorstand gab beim Jahresempfang in der Roonstraße ein warmes Willkommen in schwierigen Zeiten

von Katrin Richter  03.04.2025

Pessach

Vorfreude trifft Tradition

In der Gemeinde beginnen die Vorbereitungen auf das Fest

von Luis Gruhler  02.04.2025

Berlin

»Wunder der Geschichte«: Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird 75

Die früheren Bundespräsidenten Gauck und Wulff würdigen den jüdischen Dachverband

von Imanuel Marcus  02.04.2025

Todestag

Wenn Worte überleben - Vor 80 Jahren starb Anne Frank

Gesicht der Schoa, berühmteste Tagebuch-Schreiberin der Welt und zugleich eine Teenagerin mit alterstypischen Sorgen: Die Geschichte der Anne Frank geht noch heute Menschen weltweit unter die Haut

von Michael Grau, Michaela Hütig  02.04.2025 Aktualisiert

Kino

Am Scheideweg der Erinnerungskultur

Der Comic-Experte Michael Schleicher stellte in München den Animationsfilm »Das kostbarste aller Güter« vor

von Nora Niemann  02.04.2025

Antisemitismus

Gert Rosenthal: »Würde nicht mit Kippa durch Neukölln laufen«

Die Bedrohung durch Antisemitismus belastet viele Jüdinnen und Juden. Auch Gert Rosenthal sieht die Situation kritisch - und erläutert, welche Rolle sein Vater, der Entertainer Hans Rosenthal, heute spielen würde

 01.04.2025

Magdeburg

Magdeburg erhält 800. Stolperstein

2007 wurde der erste Gedenkstein für den früheren Magdeburger Bürgermeister Herbert Goldschmidt verlegt

 31.03.2025