Unterstützung

Biblisches Grün in Norderstedt

Die Kamera stets griffbereit, geht Yael S. Kinsky über das Gelände der Landesgartenschau Norderstedt (LGS). Dort, wo im nächsten Sommer eine blühende Landschaft Tausende Menschen faszinieren soll, sind jetzt schon deutlich die Strukturen von Parks, Gärten und Wegen zu erkennen. Auch die große Bühne am Waldpark ist schon zu erahnen. Kinsky lobt das Projekt: »Das Landesgartenschau-Team hat hier auf dem großen Gelände mit See, Wald und Gärten eine spannende Landschaft inszeniert. Das ist eine sehr professionelle Arbeit«, sagt die israelische Landschaftsarchitektin.

Pflanzen Sie wird für den Norderstedter Kulturträger »Chaverim – Freundschaft mit Israel« einen 280 Quadratmeter großen Garten im Feldpark-Bereich der Landesgartenschau gestalten. »Wir bauen hier einen Bustan«, erklärt sie. Das ist ein israelischer Weingarten, der seinen Ursprung in der Bibel, in den fünf Büchern Moses hat. Die sieben biblischen Arten Wein, Granatapfel, Datteln, Feigen, Oliven, Gerste und Weizen sollen das Grundthema ihres Gartens bilden. Zudem werden Kräuter- und Blumenbeete sowie Pflanzenterrassen angelegt. Alle Wege führen zu einer Pergola, die als Begegnungszentrum dienen wird.

Mit dem Bustan will der Verein zeigen, welchen biblischen Ursprung die Bäume, Sträucher, Blumen und Kräuter haben, und wozu sie heute verwendet werden können. Sogar die Herstellung von Olivenöl und Wein soll gezeigt werden. »Wir wollen auch Kinder und Jugendliche an diese mehr als 2000-jährige Kultur heranführen und beteiligen uns am LGS-Programm des ›Grünen Klassenzimmers‹. Außerdem bauen wir eine Sukka, eine Laubhütte für die Kinder, damit sie dieses jüdische Fest kennenlernen«, erklärt Ayala Nagel, die zweite Vorsitzende von Chaverim. Sie hatte den Kontakt zur israelischen Architektin geknüpft. »Es ist für Kinder wichtig zu erfahren, wie welche Kräuter schmecken und wie sie wirken«, sagt Nagel.

Der Weingarten entsteht in Zusammenarbeit mit dem Team der Gartenschau. Realisiert wird er von einer Tangstedter Gärtnerei. Maßgebliche Unterstützung für den biblischen Garten erhält der Verein Chevarim vom Jüdischen Nationalfonds.

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Erinnerung

Kunst mit Haltung

Das musikalisch-szenische Projekt »Und dennoch morgen« der Europäischen Janusz Korczak Akademie feierte im Gasteig Premiere

von Ellen Presser  28.06.2026

Israeltag

Wenn Freunde feiern

Rund 2000 Münchnerinnen und Münchner kamen auf dem Odeonsplatz zusammen, um ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat zu demonstrieren

von Ellen Presser  27.06.2026

Porträt der Woche

Einfach sie selbst

Hannah Kruse ist Lehrerin, engagiert sich politisch und lebt seit ihrer Transition als Frau

von Alicia Rust  27.06.2026

Glosse

Danke, Felix!

Acht Jahre lang hat Felix Klein die wohl anstrengendste Religionsgemeinschaft dieser Welt ertragen. Nun scheidet er aus dem Amt. Eine etwas andere Würdigung

von Leeor Engländer  27.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026