Toragelehrter

Parade für den Rebben

Weltweit feiern Chabad-Anhänger den 120. Geburtstag von Rabbiner Menachem Schneerson

von Joshua Schultheis  14.04.2022 15:52 Uhr

Der Lubawitscher Rebbe prägte das moderne Judentum. Foto: Chabad Lubawitsch Archiv

Weltweit feiern Chabad-Anhänger den 120. Geburtstag von Rabbiner Menachem Schneerson

von Joshua Schultheis  14.04.2022 15:52 Uhr

Er gilt als eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Rabbiner Menachem Mendel Schneerson. Auch jenseits der jüdischen Gemeinschaft war der letzte Lubawitscher Rebbe – Anführer der chassidischen Chabad-Bewegung – so prägend, dass ihm in den USA offiziell ein eigener Tag, der »Education and Sharing Day«, gewidmet ist. Am 11. Nissan wurde weltweit sein 120. Geburtstag begangen, von seinen Anhängern, jüdischen wie nichtjüdischen Bewunderern, gefeiert.

NEW YORK Die größte Party zu seinem Geburtstag fand in New York, der wichtigsten Wirkungsstätte Schneersons, statt. Wie die »Jewish Telegraphic Agency« (JTA) berichtet, nahmen am Sonntag vor dem Geburtstag in den Straßen des New Yorkers Stadtteils Crown Heights bis zu 15.000 Menschen an einem Konzert zu Ehren des Rebben teil.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Am eigentlich Geburtstag Schneersons veranstalteten die »Mitzvah Tanks«, eine Chabad-Aktion mit jahrzehntelanger Tradition, in der Stadt ihre bisher größte Parade. Aus 120 Bussen und Wohnmobilen heraus verteilten sie nicht nur Schriften des Rebben, sondern auch mehr als 12.000 Kartons Mazzen an Passanten. Darüber hinaus veranstaltete Chabad in Dutzenden weiterer Städten in den USA und weltweit Feiern zu Ehren des Rebben.

LUBAwITsCHER Geboren wurde Schneerson 1902 in Nikolajew, das damals Teil des russischen Zarenreichs war und heute unter dem Namen Mykolajiw zur Ukraine gehört. Er war der Spross einer traditionsreichen rabbinischen Familie und galt früh als Wunderkind im Studium der jüdischen Schriften. 1950 wurde er nach dem Tod seines Schwiegervaters Yosef Yitzchak Schneerson der siebte Lubawitscher Rebbe.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zuvor hatte er 1941 mit seiner Flucht vor den Nazis nach New York den Grundstein für eines seiner wichtigsten Vermächtnisse gelegt: die Etablierung Chabads in den USA und später weltweit als eine der bekanntesten chassidischen Bewegungen der Moderne. Als Figur des öffentlichen Lebens habe Schneerson großen Einsatz »für die Bildung von Menschen weltweit« gezeigt, erklärte US-Präsident Joe Biden am Tag der Bildung am 11. April zu Ehren des Rebben. Er habe »Spuren als Denker, Anführer und Lehrer« hinterlassen und sich für »Diversität, Inklusion und Gerechtigkeit« eingesetzt.

Im Judentum kommt dem Alter von 120 Jahren eine besondere Bedeutung zu. Der Prophet Moshe starb in diesem Alter, und zum Geburtstag wünschen sich Juden »Mazel tov bis 120«. Schneerson, der 1994 im Alter von 94 Jahren starb, liegt heute im New Yorker Stadtteil Queens begraben. Seine Grabstätte ist für seine Anhänger zu einem Pilgerort geworden.

GRÖSSE Der Rebbe genießt in verschiedenen jüdischen Strömungen hohes Ansehen. So forderten die Oberrabbiner Israels, Yitzhak Yosef und David Lau, in einer Erklärung alle Juden dazu auf, des Rebben an seinem Geburtstag zu gedenken. Sie betonten seine »Größe« als Toragelehrter und erklärten, Schneerson sei seit seiner Geburt dazu bestimmt gewesen, »die jüdische Welt zu revolutionieren«.

Die Lehren des Lubawitscher Rebben beeinflussten nicht nur Juden, sondern auch das Denken vieler Nichtjuden, darunter das ehemalige Topmodel Naomi Campbell. In einem Post auf Instagram nennt sie den Rebben »einen außerordentlichen spirituellen Führer«, von dessen Lehren sie stark inspiriert worden sei.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wajigasch

Nach Art der Jischmaeliten

Was Jizchaks Bruder mit dem Pessachlamm zu tun hat

von Gabriel Umarov  03.01.2025

Talmudisches

Reich sein

Was unsere Weisen über Geld, Egoismus und Verantwortung lehren

von Diana Kaplan  03.01.2025

Kabbala

Der Meister der Leiter

Wie Rabbiner Jehuda Aschlag die Stufen der jüdischen Mystik erklomm

von Vyacheslav Dobrovych  03.01.2025

Tradition

Jesus und die Beschneidung am achten Tag

Am 1. Januar wurde Jesus beschnitten – mit diesem Tag beginnt bis heute der »bürgerliche« Kalender

von Rabbiner Jehoschua Ahrens  01.01.2025 Aktualisiert

Chanukka

Sich ihres Lichtes bedienen

Atheisten sind schließlich auch nur Juden. Ein erleuchtender Essay von Alexander Estis über das Chanukka eines Säkularen

von Alexander Estis  31.12.2024

Brauch

Was die Halacha über den 1. Januar sagt

Warum man Nichtjuden getrost »Ein gutes neues Jahr« wünschen darf

von Rabbiner Dovid Gernetz  01.01.2025 Aktualisiert

Mikez

Schein und Sein

Josef lehrt seine Brüder, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie auf den Betrachter wirken

von Rabbiner Avraham Radbil  27.12.2024

Chanukka

Wie sah die Menora wirklich aus?

Nur Kohanim konnten die Menora sehen. Ihr Wissen ist heute verloren. Rabbiner Dovid Gernetz versucht sich dennoch an einer Rekonstruktion

von Rabbiner Dovid Gernetz  25.12.2024

Resilienz

Licht ins Dunkel bringen

Chanukka erinnert uns an die jüdische Fähigkeit, widrigen Umständen zu trotzen und die Hoffnung nicht aufzugeben

von Helene Shani Braun  25.12.2024