Adar

Im Zeichen des Fisches

Fische sind ein Symbol für Fruchtbarkeit. Foto: Thinkstock

Aus der Perspektive der Tora ist der Adar der letzte Monat im jüdischen Kalender – er geht dem Frühlingsmonat Nissan voran. Adar wird oft als der »Monat der Dunkelheit« beschrieben. Während der Zeit Hamans war die Gefahr für uns, komplett ausgelöscht zu werden, größer als je zuvor. Hätte Hamans Verschwörung Erfolg gehabt, wäre das Licht des Monats Nissan, das Licht der Freiheit, ausgelöscht worden.

Doch durch das Wunder von Purim verwandelte sich die Dunkelheit in Licht. Adar ist auch der jüdische Monat des Glücks. »Wenn der Monat Adar eintritt, sollen die Menschen ihre Freude vermehren«, sagen unsere Weisen. Doch wie hat der Monat Adar seinen wohlverdienten Ruf für Fröhlichkeit erworben?

gematria Das Sternzeichen des Monats Adar ist der Fisch. Fische sind sehr fruchtbar, und aus diesem Grund werden sie als Symbole des Segens und der Fruchtbarkeit angesehen. Das hebräische Wort für Segen ist Bracha, aus der Wortwurzel Bet, Reisch, Kaf. In der Gematria hat der Buchstabe Bet den Zahlenwert 2, Resch 200 und Kaf 20. Jede dieser Zahlen ist die erste Doppelzahl in ihrer Reihe.

Dies lehrt uns, dass das jüdische Konzept der Bracha mit Fruchtbarkeit verflochten ist, repräsentiert durch die Fische des Adar. Der Gegensatz des Segens ist Beschränkung oder Begrenzung. Adar ist der Monat, in dem Haman nicht nur unsere Präsenz einzuschränken, sondern sie völlig auszulöschen drohte. Aber das Schicksal hatte einen anderen Plan.

Imperium Zur Zeit der Zerstörung des Ersten Tempels wurden die Juden nach Babylonien vertrieben, das später vom persischen Imperium regiert wurde. Dieses Imperium umfasste den größten Teil der bis dahin bekannten Welt und stellte die gesamte jüdische Bevölkerung unter persische Autorität, unabhängig davon, wo sie lebte.

Haman, der böse Ministerpräsident von Persien unter König Achaschwerosch, warf das Los, um den Tag zu bestimmen, an dem das gesamte Königreich »judenrein« gemacht werden sollte. Hamans »Glückstag« war der 13. Adar. Als er sah, dass dieser Tag gekommen war, freute er sich, denn der 7. Adar war der Tag, an dem Mosche starb. Und Mosche war der Jude per se. Die Weisen setzen ihn mit dem Kollektiv des jüdischen Volkes gleich – der Kopf, der den »Körper« der Nation kontrolliert und ihm Vision, Ausdruck und Richtung verleiht.

Mosches Geburtstag
Für Haman bedeutete das Los, das im Monat Adar fiel, dass sein Plan, alles zu zerstören, was Mosche aufgebaut hatte, Erfolg versprach. Was Haman aber nicht wusste: Der 7. Adar ist auch der Tag, an dem Mosche geboren wurde. Das Datum, von dem Haman annahm, dass es den Todestag der jüdischen Nation bezeichnen würde, wurde also zum Tag der nationalen Wiedergeburt.

Doch der Fisch als Sternzeichen des Adar hat eine noch weitreichendere Bedeutung. Fische leben ihr ganzes Leben lang im Wasser, fern der Beobachtung durch das menschliche Auge. Die Weisen lehren uns, dass auf etwas, das scharf beobachtet wird, kein Segen liegt, sondern nur auf etwas, das dem Auge verborgen bleibt. Dies hängt mit der direkten Beziehung zwischen Sittsamkeit und Segen zusammen.

Anstand Aus westlicher Sicht, die Ruhm und Erfolg als identische Zwillinge betrachtet, sind Sittsamkeit und Segen möglicherweise Gegensätze. Die Tora lehrt jedoch, dass die Kosten der Entblößung das Risiko bedeuteten, ein Mensch zu werden, der kein eigenes Selbst hat – außer der Maske, die er aufsetzt, um zu der Person zu werden, die andere gerne sehen.

Mosche wird in der Tora als die »demütigste Person« beschrieben. Er lebte in Anstand, und das hat sich tief in die Identität des jüdischen Volkes eingegraben. Wir haben Demut immer mehr geschätzt als Stolz. Aus diesem Grund ist der Fisch, das Symbol des Monats Adar, ein wichtiges Zeichen im Kalender des jüdischen Volkes.

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