Meinung

Wissen macht nichts

Mit »Lehrertraining«, »Handreichungen für Pädagogen« und einer großen Konferenz will die OSZE, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, den Antisemitismus bekämpfen. Was könnte man schon dagegen haben? Vielleicht dies: Es taugt leider nichts! Der Grundgedanke, mit Bildung könne man Menschen gegen Judenfeindlichkeit immunisieren, hat leider mit der Realität des Antisemitismus nur sehr wenig zu tun. Da muss man noch nicht mal an die Rolle erinnern, die die Herren, die sich gerne als »deutsche Elite« bezeichnen, im NS-Regime einnahmen. Die Gegenwart genügt, leider: Ob im Bundestag Israel als Apartheidstaat verunglimpft wird, ob ein führender Ökonom Kritik an Managern mit Pogromen gleichsetzt, ob man von Nachbarn hört, dass Juden gut mit Geld umgehen können, besonders intelligent sind, Hakennasen haben, den Holocaust für ihre Zwecke instrumentalisieren oder auch, dass die Jüdin eine rassige Schönheit ist. Das alles ist Judenfeindlichkeit, und das alles hört man beinahe überall, auf jedem Bildungsniveau. Antisemitismus mit mehr Wissen über Juden überwinden? Ihn einfach zu bekämpfen, wäre doch auch mal einen Versuch wert.

Debatte

Berliner CDU bietet Sondierungen an: Grüne und SPD lehnen ab

Die Hintergründe

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Meinung

Junge Jüdinnen und Juden stehen vor einem Dilemma

Wir sind genauso von den steigenden Preisen, der Wehrplichtdebatte und der Klimakrise betroffen, wie die Demonstranten vom Wochenende. Aber wir können und werden uns nicht mit Leuten gemein machen, die den Hass auf uns und auf Israel schüren

von Tim Kurockin  03.11.2026

Serbien

Botschafts-Attentäter plante auch Anschlag auf Jüdisches Museum in München

Dario N. wurde Ende Oktober bei einem Angriff auf die israelische Botschaft in Belgrad erschossen. Nur drei Monate zuvor war er aus Deutschland abgeschoben worden

 03.11.2026

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026