Nach Mord an Walter Lübcke

Auschwitz Komitee fordert konsequentes Durchgreifen

Trauergottesdienst für den ermordeten Walter Lübcke Foto: dpa

Das Internationale Auschwitz Komitee fordert nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) ein konsequentes Durchgreifen der Sicherheitsbehörden gegen die rechte Szene.

Pflicht Alle staatlichen Institutionen, vom Verfassungsschutz bis hin zur Polizei, seien jetzt in der Pflicht, ihre internen und externen Erkenntnisse über rechtsextreme Gruppen und Personen öffentlich zu machen, erklärte das Komitee am Samstag in Berlin.

Die Überlebenden der Schoa reagierten mit großer Verunsicherung und Beunruhigung auf die Nachrichten aus Deutschland und fragten sich, ob angesichts von allzu viel schläfrigem Selbstbewusstsein in Politik und Gesellschaft das massiv gewachsene Potenzial rechten Hasses und rechter Gewalt nicht viel zu lange verharmlost und unterschätzt worden ist, hieß es weiter.

Die jüdische Welt Europas sei längst im Fokus dieses Hasses, dem jetzt auch zunehmend Politiker zum Opfer fielen.

Hass »In diesen Tagen geht es wirklich um eine neue Qualität dieses Hasses und der rechtsextremen Gefahr in Deutschland, auf dessen demokratische Verlässlichkeit und Stabilität Auschwitz Überlebende immer noch bauen«, erklärte der Exekutiv Vizepräsident des Auschwitz Komitees, Christoph Heubner.

»So wie es jetzt für alle demokratischen Kräfte auch darum geht, die AfD nicht aus ihrer Verantwortung für den Aggressionsprozess in Deutschland zu entlassen, so sehr erwarten die Überlebenden jetzt von allen Bürgern Deutschlands den von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angekündigten ›Biss der Demokratie‹.«  epd

Berlin

Scholz kann sich Verhaftung Netanjahus in Deutschland nicht vorstellen

Erstmals seit dem internationalen Haftbefehl gegen ihn besucht Israels Ministerpräsident Europa. In Ungarn muss er keine Verhaftung fürchten. Aber wie wäre es, wenn er nach Deutschland kommen würde?

 03.04.2025

Bundesregierung

Baerbock kritisiert, dass Israels Premier Netanjahu in Ungarn nicht verhaftet wurde

»Das ist ein schlechter Tag für das Völkerstrafrecht«, so die geschäftsführende deutsche Außenministerin

 03.04.2025

Debatte

Boris Becker äußert sich zu seinem viel kritisierten Hitler-Tweet

Becker war einst als Tennisstar eine Legende, auch danach produzierte er noch viele Schlagzeilen. Nun sorgte ein Post zu Hitler für viel Aufregung

von Elke Richter  03.04.2025

Soziale Netzwerke

Boris Becker teilt Zweifel an Hitlers Tod im Führerbunker

Floh der Nazi-Diktator nach dem Krieg nach Südamerika? Der Ex-Tennisstar scheint den Gerüchten zu glauben

von Michael Thaidigsmann  03.04.2025

Budapest

Ungarn will Internationalen Strafgerichtshof verlassen

Die Ankündigung erfolgte kurz nachdem Israels Regierungschef Netanjahu zum Staatsbesuch eingetroffen war

 03.04.2025

Münster

NS-Überlebende Friedländer: Bin entsetzt über Entwicklung in den USA

»Warum sagen so wenige etwas?« - Margot Friedländer blickt mit Entsetzen auf die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten. Sie fordert aktiven Einsatz für die Demokratie, ob in den USA, in Deutschland oder anderswo

von Nicola Trenz  03.04.2025

München

Claims Conference will Bayern an »Restitutions-Quote« messen

Man werde die angekündigten Restitutions-Pläne für NS-Raubkunst kritisch begleiten, so Rüdiger Mahlo

 03.04.2025

Berlin

Nach israelfeindlichem Protest an Uni: Ausweisung von vier Studenten angeordnet

Drei EU-Bürger und ein Amerikaner müssen Deutschland verlassen. Die Senatsverwaltung für Inneres sagt, sie seien »Mitglieder einer gewaltbereiten Gruppe der propalästinensischen Szene«

von Imanuel Marcus  03.04.2025

Gedenkfeier

KZ Mittelbau-Dora: Albrecht Weinberg ist einer der letzten Zeugen

Albrecht Weinberg ist 100 Jahre alt. Er gehört zu den wenigen Zeitzeugen, die noch von der Verfolgung und Ermordung der Juden berichten können. Als einziger Überlebender kommt er zum Gedenken an die Befreiung des KZ nach Mittelbau-Dora

von Karen Miether  03.04.2025