Lesen!

»Tribüne« digital

Ein Stück bundesadeutscher Geschichte: Die »Tribüne« Foto: Marco Limberg

Lesen!

»Tribüne« digital

51 Jahrgänge der »Zeitschrift zum Verständnis des Judentums« auf 5 CDs

von Michael Wuliger  19.08.2013 18:03 Uhr

Es gibt Zeitschriften, die in kleiner Auflage erscheinen, keine Schlagzeilen produzieren und dennoch politisch und gesellschaftlich Zeichen setzen. Die Tribüne – Zeitschrift zum Verständnis des Judentums ist eine solche Publikation. 1962 wurde die Vierteljahreszeitschrift gegründet, als Reaktion auf Hakenkreuzschmierereien an der Kölner Synagoge.

»Die demokratisch gesinnten Kräfte waren bis dahin davon ausgegangen, dass in Deutschland kein Antisemitismus mehr verbreitet sein könne«, so die Herausgeber. »Die Schändung der Kölner Synagoge und sich daran anschließende antisemitische Vorfälle erbrachten jedoch den dramatischen Beweis, dass Antisemitismus auch ohne Juden existent ist.«

prominenz Dagegen anzuschreiben, setzte sich die Tribüne zum Programm. Wissenschaftler wie Wolfgang Benz und Peter Steinbach, Publizisten wie Henryk M. Broder und Ralph Giordano gehörten zu den Autoren. Deutsche und israelische Politiker wie Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon standen in Interviews Rede und Antwort.

2013 endete nach 51 Jahren die Geschichte der gedruckten Tribüne. Aus Geldmangel musste die Zeitschrift ihr Erscheinen einstellen. Sie existiert weiter im Netz mit aktuellen Beiträgen und Interviews gegen Hass, Intoleranz und Ausgrenzung. Jetzt ist dazu eine digitale Gesamtausgabe der von 1962 bis 2012 erschienenen Ausgaben herausgekommen mit einem Vorwort von Dieter Graumann, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Auf fünf DVDs findet sich hier die Geschichte eines unermüdlichen Kampfes gegen Antisemitismus im Nach-Schoa-Deutschland, der bis heute weitergeht.

»51 Jahre Tribüne – Zeitschrift zum Verständnis des Judentums«. Digitale Gesamtausgabe 1962 bis 2012. 30 € bei
www.tribuene-verlag.de

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  22.06.2026

Jubiläum

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 22.06.2026 Aktualisiert

Kulturkolumne

Warum ich bei Fußball im Fernsehen besonders gut einschlafe

Hinter dem Phänomen steckt eine lange Familiengeschichte – unsere Autorin nimmt Sie mit auf eine Zeitreise

von Maria Ossowski  22.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  22.06.2026

Literatur

Jelinek lässt Fuchs und Hase über Kapitalismus sprechen

Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek feiert im Oktober ihren 80. Geburtstag. Ihr aktuelles Werk »Unter Tieren« zeigt sie einmal mehr als scharfe Gesellschaftskritikerin

von Sibylle Peine  21.06.2026

Auszeichnung

Duisburger Musikpreis für Igor Levit

Die Stadt Duisburg ehrt den jüdischen Pianisten Igor Levit mit ihrem Musikpreis. Gewürdigt wird nicht nur das künstlerische Können des 39-Jährigen, sondern auch sein gesellschaftliches Engagement

 21.06.2026

Aufgegabelt

Israel »Dot Cake«

Rezepte und Leckeres

 21.06.2026