Israel

Steuerbescheid aus Bethlehem

Ein Siegel mit der eingeprägten hebräischen Inschrift »Im Siebenten (Jahr des Königs), Bethlehem, für den König« – im Abraum einer archäologischen Ausgrabungs- stätte in Jerusalem gefunden – ist die bisher älteste Erwähnung Bethlehems außerhalb der Bibel. Das gab die israelische Antikenbehörde vergangene Woche bekannt.

Das Siegel – in der Fachsprache eine »Bulle« – stammt nach Angaben des Ausgrabungsleiters Eli Schukrun aus der Zeit des ersten Tempels, den vor 3.000 Jahren König Salomon, der Sohn von König David, errichtet hat. Solche tönernen Siegel mit nur 1,5 Zentimeter Durchmesser wurden wie heutige Wachs- oder Papiersiegel mit offizieller Einprägung auch schon in biblischer Zeit verwendet, um amtliche Dokumente wie Steuererklärungen vor dem Versand zu versiegeln. »Steuern wurden damals etwa in der Form von Silber, Weizen oder Wein bezahlt«, erklärt Schukrun.

Rachel Ein solches Dokument dieser Periode aus Bethlehem – gefunden in der »Davidstadt« südlich der Jerusalemer Altstadt – hat eine sensationelle Bedeutung für Juden wie für Christen. Denn schon im 1. Buch Moses wird erwähnt, dass die Erzmutter Rachel am Straßenrand von »Efrata, welches Bethlehem ist«, begraben worden sei. Dieses traditionelle Grab der Rachel existiert bis heute.

Zu echtem Weltruhm stieg Bethlehem jedoch erst mit der Salbung von David, Sohn des Jesse, zum König auf. Darauf geht die Vorstellung zurück, dass der Messias aus dem (Königs-)Haus David aus der Stadt Bethlehem stammen müsse. Das jetzt gefundene Siegel liefert einen ersten schriftlichen Beweis für die Existenz der Stadt Bethlehem in der Zeit Davids. Die Versiegelung einer Steuererklärung »an den König« (von Jerusalem) kann zudem als Beleg gewertet werden, dass Bethlehem in der Periode unmittelbar nach David Teil des Judäischen Königreichs gewesen sein muss.

Die Archäologen wissen jedoch nicht genau, welcher biblische König auf dem Siegel gemeint ist. Es könnte Hiskias, Manasse oder Josias gewesen sein.

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