Virus

Passgenau

Wurm gesucht: Mahmud Ahmadinedschad beim Besuch einer Uran-Anreicherungsanlage bei Teheran Foto: imago

Das Computer Virus Stuxnet, mit dem im Juni 2010 iranische Urananreicherungsanlagen sabotiert wurden, ist komplexer und zielgerichteter als alle anderen bisher aufgetretenen Schadprogramme. Stuxnet ist ein Wurm und verbreitet sich deshalb über Netzwerke und USB-Laufwerke, wie zum Beispiel USB-Sticks oder externe Festplatten, ohne sich in anderen Dateien einzunisten. Geschrieben wurde er in der Programmiersprache C++.

usb-stick Verbreitet sich ein durchschnittlicher Wurm meistens auf eine Art, fährt Stuxnet gleich ein ganzes Arsenal von Verbreitungsweisen auf, die bisher unbekannte Sicherheitslücken ausnutzen. Befindet er sich zum Beispiel auf einem USB-Stick, wird er beim Kontakt mit der Schnittstelle automatisch gestartet, wählt abhängig von der Version des Betriebssystems eine Sicherheitslücke aus, installiert sich und verteilt sich dann über das Netzwerk.

In dem Fall der iranischen Atomanlage handelte es sich um eine Siemens Industrie-Steuerungsanlage. Während er sich bei der Verbreitung bemüht, sich möglichst weit zu streuen, ist das Virus bei der Suche seines eigentlichen Ziels sehr präzise. Er möchte zwei bestimmte Kontrollrechner-Typen finden, die spezifische Geräte in einem definierten Bereich betreiben müssen. Das erste Virusprofil von Stuxnet passte genau auf die Urananreicherungsanlage in Natans und ihre Zentrifugen, das zweite traf exakt auf das Atomkraftwerk Buschehr und seine Turbinen zu.

monate Schadsoftware-Experten vermuten, dass mit Stuxnet mindestens fünf bis zehn Programmierer sechs Monate beschäftigt gewesen sein müssen. Dafür, dass in mehreren Teams gearbeitet wurde, sprechen zwei Besonderheiten: Expertenwissen in unterschiedlichen Bereichen wie Sicherheitslücken, die Siemensanlagen oder die Art und Weise der Virusverbreitung. Außerdem wurden für unterschiedliche Teile von Stuxnet verschiedene Programme benutzt.

Dass Stuxnet in einer Anlage getestet worden sein muss, scheint plausibel, denn komplexe Software enthält immer eine gewisse Anzahl an Fehlern. Das kennt jeder Nutzer von Updateaufforderungen. Bei den Steuerungsanlagen im Iran handelt es sich um Echtzeitsysteme, die auf sogenannte Bugs wesentlich sensibler reagieren als ein Computer zu Hause. Diese Fehler sind bei Stuxnet nicht aufgetreten. Sie müssen durch Tests entfernt worden sein.

Entdeckt wurde das Virus, weil einige Computer Probleme bereiteten. Auf den Siemens-Systemen im Iran arbeitete der Wurm jedoch unentdeckt und konnte so seine volle Wirkung entfalten.

Bühne

Drama an Bord

Am Münchner Volkstheater ist »Der blinde Passagier« von Maria Lazar zu sehen – eine der besten Produktionen dieser Spielzeit

von Michael Schleicher  05.07.2026

Studie

Warum Sport allein beim Abnehmen nicht hilft

Und was wirklich effektiv ist ...

von Sabine Brandes  05.07.2026

Zahl der Woche

20 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 05.07.2026

Aufgegabelt

Gechillte Suppe: Okroschka

Rezepte und Leckeres

von Jan Feldmann  05.07.2026

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Gesellschaft

Filmproduzentin Brauner: Die Erinnerungskultur ist gescheitert

Die Hintergründe

von Hannah Krewer  03.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Auf dem Weg zum »Mustard Belt«: Am 4. Juli gehtʼs um die Wurst

von Katrin Richter  03.07.2026

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  02.07.2026 Aktualisiert

Fußball

Länderspiel verlegt: Irland verzichtet auf Israel-Boykott

Irlands Fußballverband FAI will das UEFA-Nations-League-Spiel gegen Israel nun in Serbien austragen - auch, um einen Abstieg zu vermeiden

 02.07.2026