EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 55 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Virus

Passgenau

Wurm gesucht: Mahmud Ahmadinedschad beim Besuch einer Uran-Anreicherungsanlage bei Teheran Foto: imago

Das Computer Virus Stuxnet, mit dem im Juni 2010 iranische Urananreicherungsanlagen sabotiert wurden, ist komplexer und zielgerichteter als alle anderen bisher aufgetretenen Schadprogramme. Stuxnet ist ein Wurm und verbreitet sich deshalb über Netzwerke und USB-Laufwerke, wie zum Beispiel USB-Sticks oder externe Festplatten, ohne sich in anderen Dateien einzunisten. Geschrieben wurde er in der Programmiersprache C++.

usb-stick Verbreitet sich ein durchschnittlicher Wurm meistens auf eine Art, fährt Stuxnet gleich ein ganzes Arsenal von Verbreitungsweisen auf, die bisher unbekannte Sicherheitslücken ausnutzen. Befindet er sich zum Beispiel auf einem USB-Stick, wird er beim Kontakt mit der Schnittstelle automatisch gestartet, wählt abhängig von der Version des Betriebssystems eine Sicherheitslücke aus, installiert sich und verteilt sich dann über das Netzwerk.

In dem Fall der iranischen Atomanlage handelte es sich um eine Siemens Industrie-Steuerungsanlage. Während er sich bei der Verbreitung bemüht, sich möglichst weit zu streuen, ist das Virus bei der Suche seines eigentlichen Ziels sehr präzise. Er möchte zwei bestimmte Kontrollrechner-Typen finden, die spezifische Geräte in einem definierten Bereich betreiben müssen. Das erste Virusprofil von Stuxnet passte genau auf die Urananreicherungsanlage in Natans und ihre Zentrifugen, das zweite traf exakt auf das Atomkraftwerk Buschehr und seine Turbinen zu.

monate Schadsoftware-Experten vermuten, dass mit Stuxnet mindestens fünf bis zehn Programmierer sechs Monate beschäftigt gewesen sein müssen. Dafür, dass in mehreren Teams gearbeitet wurde, sprechen zwei Besonderheiten: Expertenwissen in unterschiedlichen Bereichen wie Sicherheitslücken, die Siemensanlagen oder die Art und Weise der Virusverbreitung. Außerdem wurden für unterschiedliche Teile von Stuxnet verschiedene Programme benutzt.

Dass Stuxnet in einer Anlage getestet worden sein muss, scheint plausibel, denn komplexe Software enthält immer eine gewisse Anzahl an Fehlern. Das kennt jeder Nutzer von Updateaufforderungen. Bei den Steuerungsanlagen im Iran handelt es sich um Echtzeitsysteme, die auf sogenannte Bugs wesentlich sensibler reagieren als ein Computer zu Hause. Diese Fehler sind bei Stuxnet nicht aufgetreten. Sie müssen durch Tests entfernt worden sein.

Entdeckt wurde das Virus, weil einige Computer Probleme bereiteten. Auf den Siemens-Systemen im Iran arbeitete der Wurm jedoch unentdeckt und konnte so seine volle Wirkung entfalten.

Philologie

Mehr als Dolmetscher

Jüdische Übersetzer haben nicht nur zwischen den Sprachen vermittelt, sondern dabei auch eigene Denkformen geprägt

von Katharina Hillmann  27.10.2026

Bucerius Kunst Forum

Verstreute Meisterwerke

Eine Ausstellung in Hamburg vereint rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus 15 jüdischen Sammlungen und erinnert an den Kunstraub der Nationalsozialisten

von Edgar S. Hasse  27.10.2026

Kino

Wiener Blut

Ulrike Ottinger lädt in der Horrorkomödie »Die Blutgräfin« zum morbiden Vampirvergnügen und schwelgt in opulenten Bildern. Isabelle Huppert geht perfekt gestylt auf Beutezug

von Anna Maria Pahlke und Sophie Albers Ben Chamo  27.10.2026

Jerusalem

Cohen interpretiert Cohen

Der israelische Jazz-Musiker Avishai Cohen hat sich für sein neues Album ein Buch des legendären Singer-Songwriters Leonard Cohen vorgenommen

von Imanuel Marcus  27.10.2026

Nachruf

»Star Trek«-Star Walter Koenig ist tot

Seine Rolle als Pavel Chekov hatte eine humoristische Funktion. Der Charakter sollte jüngere Zuschauer ansprechen

 27.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Rote Bänke, erschöpfte Katzen – ein Nachmittag in Amsterdam

von Margalit Edelstein  26.10.2026

Düsseldorf

50 Jahre Kiss in Deutschland: Doro Pesch feiert ihre Helden

Wegen Kiss fing Doro Pesch mit der Musik an. Später wurde der jüdische Bassist, Sänger und Bandleader Gene Simmons ihr Mentor. Seither ist ein halbes Jahrhundert vergangen

von Philip Dethlefs  26.10.2026

Entgleisung

Kein Skandal ist der Skandal

Milo Rau macht aus Wagners »Fliegendem Holländer« an der Deutschen Oper Berlin eine groteske Abrechnung mit Israel – und erntet dafür kaum einen Buh­ruf

von Maria Ossowski  26.10.2026

Brüssel/Gütersloh

Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen

Ein Cowboy kann nach acht Jahrzehnten noch viel erleben. Zwischen Saloon und Prärie warten in dem lange von einem jüdischen Texter dominierten Comic häufig Gegenwartsthemen

von Shireen Broszies  26.10.2026