Demografie

Weltweit 14,2 Millionen Juden

Der JPPI-Bericht schlüsselt auf, wie viele Juden heute in den einzelnen Ländern leben: Auf Platz eins steht Israel mit rund 6,1 Millionen jüdischen Einwohnern. Foto: Flash 90

Die jüdische Weltbevölkerung nähert sich dem Niveau, das sie vor der Schoa hatte. Nach einem Bericht des Jerusalemer Jewish People Policy Institute (JPPI) lebten Anfang des Jahres weltweit rund 14,2 Millionen Juden. Vor dem Holocaust waren es 16,6 Millionen.

Der JPPI-Bericht schlüsselt auf, wie viele Juden heute in den einzelnen Ländern leben: Auf Platz eins steht Israel mit rund 6,1 Millionen jüdischen Einwohnern. Dem folgen die USA mit 5,7 Millionen, Frankreich mit 475.000, Kanada mit 385.000, Großbritannien mit 290.000 und Russland mit 186.000.

Die Zahl der in Deutschland lebenden Juden gibt die Studie mit 118.000 an. Dies steht in Widerspruch zu Angaben, die im Frühjahr gemacht wurden: Nach der Statistik der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) zählten die jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik Ende 2014 rund 100.000 Mitglieder. Schätzungen gehen davon aus, dass zurzeit insgesamt rund 200.000 Juden in Deutschland leben.

Hintergründe Wie das israelische Nachrichtenportal Ynet berichtet, basieren die Zahlen des JPPI bei »in Israel lebenden Juden auf halachischen Kriterien«, bei Juden in der Diaspora jedoch auf der »Selbstidentifikation«. Laut Studie ist die jüdische Weltbevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um acht Prozent gewachsen – das ist die höchste Steigerungsrate seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

In einer Zusammenfassung der Studie heißt es: »Wenn wir diejenigen mitzählen, die sich als teilweise jüdisch verstehen, sowie Neueinwanderer nach Israel, die nicht halachisch jüdisch sind, aber unter das Rückkehrrecht fallen«, dann lebten heute weltweit fast so viele Juden wie unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg.

Israels führender Demografieforscher Sergio DellaPergola kritisiert den JPPI-Bericht. Er werfe »Äpfel und Orangen« in denselben Topf, so DellaPergola. Wie in vielen Gesprächen zwischen Israel und der Diaspora gehe es auch hier wieder einmal »um die ewig nicht zu beantwortende Frage: Wer ist Jude?«. ja

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