Carpentras/Cavaillon

Synagoge bald Weltkulturerbe?

Innenaufgang zum Betsaal Foto: Office de Tourisme Cavaillon-Luberon

Carpentras/Cavaillon

Synagoge bald Weltkulturerbe?

Französische Gemeinde will auf UNESCO-Liste

von Nina Schönmeier  16.07.2013 09:40 Uhr

Die provenzalischen Orte Carpentras und Cavaillon möchten, dass ihre jüdischen Monumente in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen werden. Am 19. Juli werden Vertreter der beiden Städte in der Nähe von Avignon im französischen Kulturministerium vorsprechen, damit diese auf Frankreichs Vorschlagsliste kommen.

In Carpentras steht die älteste Synagoge des Landes, die im Jahr 1367 erbaut wurde. Im Untergeschoss kann man heute noch einen in Stein gehauenen Saal, die Mikwe und eine Bäckerei aus dieser Zeit besichtigen. Auch Cavaillon besitzt eine mittelalterliche Synagoge.

Objekte Die beiden Gotteshäuser wurden im 18. Jahrhundert restauriert. Vor Kurzem entdeckte die Historikerin Simone Mrejen-O’hana dort in einem Museumsfonds eine Öllampe aus Stein, die vermutlich aus der Zeit kurz vor oder nach der neuen Zeitrechnung stammt und somit das älteste je gefundene jüdische Objekt Frankreichs wäre.

In Carpentras steht weiterhin die historisch wertvolle Bibliothek Inguimbertine mit 76.000 gedruckten und 3000 handgeschriebenen Dokumenten. Dort befinden sich auch Zeugnisse jüdischen Lebens aus dem Mittelalter. »Es sind außergewöhnliche Stätten, die ein beeindruckendes Bild vom Leben in der damaligen Zeit liefern«, sagt die Kulturbeauftragte von Cavaillon, Annie Stoyanov, auf deren Initiative die UNESCO-Bewerbung zurückgeht.

An der Bewerbung beteiligen sich auch die Ortschaften L’Isle-sur-la-Sorgue und Pernes-les-Fontaines. Deren Ziel ist es, die Geschichte der sogenannten Papstjuden zu dokumentieren, die ab dem 14. Jahrhundert aus anderen Regionen Frankreichs vertrieben wurden und mehr als 200 Jahre lang Zuflucht in den Gebieten fanden, die unter dem Schutz der Päpste von Avignon standen.

Die einzigen jüdischen Gemeinden Frankreichs außerhalb des Elsass bildeten sich zu dieser Zeit in Avignon und den umliegenden Orten des Comtat Venaissin aus, was in etwa dem heutigen Departement Vaucluse entspricht. Derzeit leben noch rund 200 jüdische Familien in Carpentras. Die historische Innenstadt von Avignon mit dem Papstpalast und der Brücke über den Fluss Rhone ist bereits Weltkulturerbe.

Fußball

Fußball auf dem Appellplatz von Buchenwald

Seit der Europameisterschaft 2024 erinnert die Gedenkstätte Buchenwald im Internet an Fußballer, Funktionäre und Spiele im ehemaligen Konzentrationslager. Der Appellplatz war Spielstätte, Häftlinge konnten kurz dem Lageralltag entfliehen

von Matthias Thüsing  09.06.2026

WM 2026

Schweizer Fußball-Stars begeistern jüdische Kinder

Kinder und Jugendliche einer jüdischen Schule in San Diego haben mit der Schweizer Nationalmannschaft Fußball gespielt

von Nicole Dreyfus  09.06.2026

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Frankreich

Shosanna rennt weiter

»Inglourious Basterds«-Star Mélanie Laurent ist zurück – und nimmt in »Fauda 5« Rache

von Sophie Albers Ben Chamo  07.06.2026

Großbritannien

Grünen-Chef will Ermittlungen gegen Briten, die in Israels Armee dienen

Zack Polanski gehört ebenso wie Jeremy Corbyn zu den Unterstützern einer Kampagne, die sich gegen britische Staatsbürger im israelischen Militär richtet

 05.06.2026

Meinung

Entlarvte Gesinnung

Ausgerechnet jener Schweizer Politiker, der sich im Parlament gegen das Hamas-Verbot stellte, lädt die französische Abgeordnete und Israelhasserin Rima Hassan nach Bern ein

von Nicole Dreyfus  04.06.2026

Großbritannien

Unterhausabgeordneter unterstellt Israel »Blutdurst«

In einer Parlamentsdebatte zu Israels Krieg gegen die Hisbollah im Libanon verstieg sich ein Parlamentarier zu antisemitischen Aussagen

 04.06.2026

Essay

Sündenfall des Big Apple

New Yorks Bürgermeister macht den Nahostkonflikt zur Innenpolitik und feiert BDS, während seine Frau den 7. Oktober rechtfertigt. Hinter der Fassade der Wohltäter steht die harte Ideologie der Ausgrenzung

von Louis Lewitan  04.06.2026

Brnenec

Museum in Oskar Schindlers Fabrik - Politiker sagen Unterstützung zu

Auf dem Gelände der früheren Fabrik von Oskar Schindler gibt es heute ein Museum. Noch zwickt es dort finanziell ordentlich. Aber Hilfe für die NS-Gedenkstätte ist zumindest am Horizont

von Alexander Brüggemann  03.06.2026