Krieg

Studie: Opferzahlen im Gazastreifen stark überhöht

Foto: copyright (c) Flash90 2023

Laut der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen sollen bisher mehr als 44.000 Menschen in Israels Krieg gegen die Hamas getötet worden sein. Schon länger gibt es Zweifel an diesen Zahlen, denn: Die Behörde wird von den Terroristen der Hamas kontrolliert und unterscheidet zum Beispiel nicht zwischen Zivilisten und Mitgliedern der Hamas.

Ein Bericht des britischen Thinktanks Henry Jackson Society (HJS) sät nun weitere Zweifel. Er legt nahe, dass die gemeldeten Opferzahlen stark überhöht sein könnten. Die Untersuchung ergab, dass Tausende der als Kriegstote gemeldeten Personen tatsächlich an natürlichen Ursachen starben oder dass Zahlen absichtlich manipuliert wurden, um den Anteil von Frauen und Kindern unter den Opfern zu erhöhen.

»Das Ministerium hat systematisch die Todeszahlen aufgebläht, indem es nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterscheidet«, heißt es in dem Bericht. Zudem seien Personen, die vor Beginn des Konflikts gestorben sind, als Kriegsopfer aufgeführt worden.

Der Bericht stellte fest, dass ein Großteil der gemeldeten Opfer Männer zwischen 15 und 45 Jahren waren – eine Altersgruppe, die eher auf Kombatanten als auf Zivilisten hindeutet. Andrew Fox, der Autor der Studie, schrieb: »Diese Fehlklassifizierung trägt zur Darstellung bei, dass die Zivilbevölkerung, insbesondere Frauen und Kinder, die Hauptlast des Konflikts trägt.«

Lesen Sie auch

Israel und die USA schätzen, dass unter den Opfern etwa 17.000 Hamas-Terroristen sind, eine Zahl, die in internationalen Medienberichten jedoch häufig fehlt. »Das Fehlen dieser Angaben führt zu einer verzerrten Darstellung, in der alle Opfer als Zivilisten gelten«, so der Bericht.

Die Hamas widerspricht den Ergebnissen und verweist darauf, dass internationale Organisationen, darunter die WHO, die gemeldeten Opferzahlen bestätigt hätten. ja

Überlebensbericht

»Sie ergötzten sich an unserem Betteln«

Eliya Cohen war 505 Tage in der Geiselhaft der Hamas – nun versucht er alles, um Alon Ohel freizubekommen

 02.04.2025

Gaza/Teheran/Beirut

Tod der Terroristen

Das sogenannte »Politbüro« der Hamas in der palästinensischen Enklave ist praktisch nicht mehr existent

von Sabine Brandes  02.04.2025

Interview

»Die UNRWA ist komplett von der Hamas durchseucht«

Dirk Niebel über die Kritik am Hilfswerk für Palästinenser, Verwicklungen in den Terror und andere Wege der Unterstützung

 02.04.2025

Gaza

»Wir wollen leben!«

Ein junger Palästinenser gibt Einblicke in die Proteste der Zivilisten gegen die Terrororganisation Hamas

von Sabine Brandes  02.04.2025

Fragen und Antworten

Brisanter Besuch von Netanjahu in Ungarn

Der israelische Regierungschef besucht Ungarn. Dort müsste er aus Sicht des Internationalen Strafgerichtshofes, der wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Gaza einen Haftbefehl gegen ihn ausstellte, festgenommen werden. Dies wird jedoch nicht passieren

 02.04.2025

Nahost

Israel weitet Bodeneinsatz in Gaza deutlich aus

Verteidigungsminister Katz hatte schon mit der Einnahme von Teilen des Gazastreifens gedroht. Je länger sich die Hamas weigere, Geiseln freizulassen, desto mehr Land werde sie an Israel verlieren

 02.04.2025

Berlin

»Wir brauchen Taten«

Liran Berman über seine Brüder Gali und Ziv, die Geiselhaft in Gaza, seine Gespräche in der Bundesrepublik und die Bemühungen für ihre Befreiung

von Detlef David Kauschke  01.04.2025

Geiseln

Sie sagten: »Hol dir eine neue Frau, bessere Kinder«

Der freigelassene Yarden Bibas beschreibt den Horror in der Gewalt der Hamas – und ruft US-Präsident Trump auf, alle Verschleppten nach Hause zu holen

von Sabine Brandes  01.04.2025

Essay

Warum ich stolz auf Israel bin

Das Land ist trotz der Massaker vom 7. Oktober 2023 nicht zusammengebrochen, sondern widerstandsfähig, hoffnungsvoll und vereint geblieben

von Alon David  01.04.2025