Die Sommer in Israel waren schon immer heiß. Doch mittlerweile ist belegt, dass sie noch heißer werden. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Rekordtemperaturen gemeldet. Nach dem neuesten Bericht der Vereinten Nationen zum Klimawandel ruft Umweltministerin Tamar Zandberg (Meretz) dazu auf, den Notstand für das Land in Sachen Klima zu erklären.
Sie sagte am Montag, dass die Warnungen der UN zum Stand unseres Planeten ein sofortiges Umdenken verlangten, da der Klimawandel »eine strategische Bedrohung für Israel« darstelle und man sich auf die Herausforderungen einstellen müsse. Der 3000 Seiten starke Bericht von 234 Wissenschaftlern erklärt, dass die erhöhten Temperaturen bereits jetzt für steigende Meeresspiegel, schmelzendes Eis und extreme Wetterverhältnisse wie Dürren, Hitzewellen, Fluten und Stürme sorge. »Und all das wird noch schlimmer werden«, so die düstere Prognose.
WERKZEUGE »Die Hauptpunkte des Berichts beweisen entgegen allen Zweifeln, dass die Intensität und Dringlichkeit nicht mehr bestritten werden kann, und noch wichtiger, dass die Beziehung zwischen menschlichem Tun und der Klimakrise ebenso nicht mehr infrage gestellt werden kann«, führte die Ministerin aus. Dies könne jetzt mit fortgeschrittenen wissenschaftlichen Werkzeugen gemessen werden. »Und es muss ein Weckruf für die ganze Welt sein.«
In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Rekordtemperaturen gemeldet.
Nach dem Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen der UN werde sich das Klima der Erde im nächsten Jahrzehnt noch stärker aufheizen als bisher angenommen.
DATEN Zandberg hatte ihr Amt mit der neuen Regierung vor zwei Monaten übernommen. Sie bestätigte, dass Israel in dieser Zeit bereits begonnen habe, längst überfällige Vorgaben umzusetzen; man müsse die Handlungsbereitschaft allerdings noch weiter verbessern. Zum ersten Mal ist mit dem neuen Haushalt ein Finanzpaket für den Klimawandel mit einem Budget von rund 150 Millionen Euro beschlossen worden.
Der israelische Datenwissenschaftler Gil David veröffentlicht auf seinem Blog »Data Science Storytelling« regelmäßig Daten zum Klimawandel. Dabei zeigt er mit Vergleichen von Temperaturen aus den Jahren 1964 bis 2020, dass die Anzahl der Tage mit extremen Temperaturen von über 30 Grad von elf bis 22 in den 60er-Jahren recht gering war. 2018 lag sie schon bei 98 pro Jahr – ein Trend mit besorgniserregenden Naturkatastrophen wie Waldbränden und Dürren.