Gute Stimmung, tolle Musik und Tanz bis weit nach Mitternacht begeisterten am letzten November-Wochenende die Besucher der alljährlichen WIZO-Gala im Spiegelzelt in München-Freimann. Bei aller Freude waren die Gedanken an diesem Abend jedoch auch immer wieder bei den Kindern in Israel, denen die Frauenorganisation hilft. Schließlich sind sie der Grund, warum die WIZO die glanzvolle Feier organisiert hatte.
Unter dem Motto »One Night for Children« versuchte die Frauenorganisation, möglichst viele Patenschaften für hilfsbedürftige israelische Kinder zu vermitteln. Mit 500 Euro konnte jeder Besucher dafür sorgen, dass ein Kind zwölf Monate lang in einer von der WIZO unterstützten Einrichtung versorgt wird.
stargast Dass dieses Geld gut angelegt ist, erlebten die Gäste gleich zu Beginn mit dem Auftritt der israelischen Sängerin Shay Hamber. Die 17-Jährige ist ein »WIZO-Kind« und inzwischen nicht nur in Israel bekannt. Als Gewinnerin des Talentwettbewerbs »Voice Kids Israel« stellte sie bei der Gala ihr gesangliches Können unter Beweis und zeigte, dass die WIZO-Schützlinge ihren Talenten entsprechend gefördert werden. Die Frauenorganisation hatte Shay Hamber in ihren musikalischen Ambitionen stets unterstützt – eine Hilfestellung fürs Leben.
In diesem Jahr war die Sängerin bereits zum zweiten Mal bei der WIZO-Gala in München zu Gast. Mit mehreren Soloauftritten begeisterte sie erneut ihr Publikum. An Applaus übertroffen wurde sie nur durch die Pariser »Teufelsgeigerin« Alexandra. Gebannt lauschten die Gäste ihrem Spiel, während die Geigerin musizierend die Tische umrundete.
Namhafte Persönlichkeiten aus dem Münchner Gesellschafts- und Wirtschaftsleben waren der Einladung von Sara Baumöhl, Rosi Citronenbaum, Nani Drory, Gaby Grüngras, Chana Kaminski, Gisa Pultuskier, Sara Schmerz, Lilian Steinberg und Simone Weissmann gefolgt, die gemeinsam die Münchner WIZO-Gruppe leiten. Unter den Gästen waren auch der israelische Generalkonsul in München, Dan Shaham, sowie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mit seiner Frau Petra.
Solidarität Das Stadtoberhaupt eroberte die Herzen der WIZO-Damen und -Gäste im Sturm. Die Arbeit der Organisation bezeichnete Reiter als »Vorbild für soziales Engagement«. Für die Kinder, die dadurch Unterstützung finden, sei das ein Glücksfall. Besonders viel Zustimmung bekam er vom Publikum für eine Solidaritätserklärung: »Als Münchner Oberbürgermeister ist es mir ein Anliegen, dass hier das ›Nie wieder!‹ niemals zur Floskel wird. Nie wieder wird es in München unwidersprochen antisemitische Äußerungen geben. Das verspreche ich Ihnen. Dafür kämpfe ich.«
Engagiert gegen Judenhass hatte sich auch die Unternehmerin Verena Kayser-Eichberg. Als im Sommer eine Welle des Antisemitismus über das Land schwappte, hatte Kayser-Eichberg unter anderem einen Aufkleber mit der Aufschrift »Antisemitismus ohne mich!« anfertigen lassen. Dazwischen sind zwei Hände zu sehen, in deren Mitte ein Davidstern ist.
Die engagierte Unternehmerin bekam dafür viel Applaus, ebenso wie Regine Sixt. Beide wurden an diesem Abend für ihre herausragende Unterstützung von WIZO-Präsidentin Diana Schnabel geehrt. Regine Sixt wurde zum »Honorary Ambassador of WIZO Germany« ernannt. Als Zeichen ihres neuen Amtes bekam sie entsprechende Visitenkarten überreicht.
Geschenk Nach einem langen Abend, kulinarisch verwöhnt von Gastronom Michael Käfer und musikalisch begleitet von der Style Music Band, gingen die Gäste schließlich mit dem guten Gefühl nach Hause, nicht nur geholfen, sondern auch einen schönen Abend erlebt zu haben – mit einer Duftkerze von Dior als Erinnerung und weiteren Spendenansporn als Giveaway.
Was die WIZO mit den Spendengeldern alles leistet, das unterstrich Präsidentin Charlotte Knobloch als Schirmherrin der Gala bereits in ihrem Grußwort. Da sie zum ersten Mal seit vielen Jahren persönlich nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, verlas Sara Schmerz von der WIZO Knoblochs eindringliche wie bewegende Worte.
»One Night for Children« – dieser Abend bringe den Hilfsbedürftigen in Israel »ein Lächeln, Wärme, Erleichterung, Linderung und das wichtige Gefühl, nicht allein zu sein«, so Knobloch. Gerade in bedrückenden Zeiten wie diesen setzten die WIZO-Frauen so »ein sehr konkretes Zeichen der Verbundenheit mit Israel – ein festes Band, das uns mit den Menschen dort verbindet«. Dem Terror und dem Hass stellten sie Nächstenliebe entgegen, betonte Knobloch. Die konkrete Hilfe für Israel werde weiterhin groß geschrieben – unabhängig von Religion und Nationalität.
Der besondere Dank von Charlotte Knobloch galt zum Abschluss der Gala dem gesamten WIZO-Vorstand. Dabei schloss sie auch die beiden früheren WIZO-Präsidentinnen Helene Habermann und Helga Guttmann mit ein: »Ihnen allen verdanken wir ein lebhaftes und charmantes Beispiel dafür, wie beglückend das Engagement für andere sein kann: für die, denen die Hilfe aus Feiern wie der heutigen zufließt; beglückend aber auch für all jene, die aktiv helfen und geben.«