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»Es war eine Riesenparty«

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»Es war eine Riesenparty«

Australische Makkabiade: Deutsche Teilnehmer erfolgreich

von Elke Wittich

Fünfmal Gold, zweimal Silber – für die wenigen deutschen Teilnehmer verliefen die Internationalen Australischen Maccabi-Spiele vom 2. bis 10. Juli in Sydney überaus erfolgreich. Für die gute Bilanz mitverantwortlich ist der 21jährige Tischtennis-
spieler Arie Wilder: Im Doppel (gemeinsam mit Ewgenij Milchin) gewann er Gold, im Einzel Silber. Wilder ist genau die richtige Person, um jenes Gefühl zu beschreiben, eine Medaille umgehängt zu bekommen: »Einfach nur super!« Arie schwärmt, die Makkabi-Spiele haben für ihn einen ganz hohen Stellenwert. »Dort erfolgreich zu spielen, ist etwas ganz Besonderes.«
Obwohl Auszeichnungen für den 21-jährigen Wirtschaftsmathematik-Studenten, der im Alltag mit dem DJK Holzbüttgen in der Oberliga spielt, nichts Außer- gewöhnliches mehr sind, hat er die Medaillen aus Australien noch nicht weggepackt. »Vor meinem Zimmer steht ein Regal mit meinen Pokalen. Ehrlich gesagt, die guck ich eigentlich nie an.« Das Edelmetall aus Sydney läge allerdings noch im Wohnzimmer. »Ich streichele sie zwar nicht ständig, aber ich finde es schön, immer mal wieder einen Blick darauf zu werfen.«
An dieses Ereignis wird sich Arie wohl noch lange erinnern, obwohl er schon mehrmals an Makkabiaden und internationalen Makkabi-Spielen teilgenommen hat. »Die Australier haben alles bis ins kleinste Detail geplant, wir wurden am Flughafen von Leuten abgeholt, die sogar ein wenig Deutsch sprechen konnten. Am Schabbat haben uns zu zweit oder zu dritt Familien eingeladen. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend.« Am schönsten sei die Abschlußfeier gewesen. »Sie fand in einem Vergnügungspark statt, der allein für uns reserviert war. Es war eine Riesenparty.«
Bei den Makkabi-Spielen geht es nicht nur um den Wettkampf, sondern auch darum, Kontakte zu jüdischen Sportlern aus der ganzen Welt zu knüpfen. Neue Bekanntschaften zu machen, sei in Australien ganz schnell gegangen, sagt Wilder. »Wir wohnten ja alle im selben Hotel.« Mit entsprechend vielen Telefonnummern und E-Mail-Adressen kam Arie zurück nach Hause. »Ich könnte jetzt durch die ganze Welt fahren und würde überall Leute kennen«, freut er sich.
Eine derartig positive Bilanz können nur wenige der 3.500 Makkabi-Mitglieder in Deutschland ziehen. Waren es beim letzten Mal noch 128 Teilnehmer, so konnten nach Australien nur vier Sportler reisen, erzählt Isabella Farkas vom Präsidium des Makkabi Deutschland. Der Grund liege in den enormen Reisekosten nach Australien. Das ist umso bedauerlicher, weil eine Maccabia nicht nur den einen Sinn habe, sich mit anderen Sportlern zu messen, sondern auch Identität zu stiften. »Das ist gerade in Hinsicht auf die Integration neuer Gemeindemitglieder von größter Bedeutung«, sagt Farkas. Aber schon in Rom 2007 werden wieder mehr Teilnehmer erwartet. Auch dort soll sich nicht nur der Medaillenregen, sondern auch die Riesenparty wiederholen.

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